Haas sagt Stuttgart Ade!

Der 39-Jährige setzt seine Abschiedstournee in Deutschland fort.

Florian Heer – International Blog

Tommy Haas’ letzter Auftritt auf dem Stuttgarter Rasen Court ist Geschichte. Die ehemalige Nummer 2 der Welt verliert an einem sonnigen Freitagnachmittag gegen Mischa Zverev 6-4, 6-4. Das Ergebnis spiegelt hierbei den Spielverlauf aber nur in Teilen wieder.

Haas war ein ebenbürtiger Gegner im Viertelfinale des MercedesCup, konnte jedoch nicht ganz an die Glanzleistung aus dem Match gegen Roger Federer in der Runde zuvor anknüpfen. Dies hatte auch mit dem heutzutage ungewöhnlichen Serve-und Volleyspiel seines Gegners zu tun. Zu selten landeten die Passierbälle gegen den ans Netz stürmenden Zverev im Ziel.

Gut, abhaken und die Abschiedstour an anderer Stelle fortsetzen hätte man nach seinem 899. Match auf der ATP World Tour sagen können.

Nicht aber so Haas. Dass das Feuer in ihm noch brennt, konnte man im Anschluss einem Nebensatz vernehmen, indem er sagte, dass heute vielleicht noch ein Schläger dran glauben müsse.

Pressekonferenz mit Überraschungsgast

Ansonsten verlief seine Pressekonferenz nach dem Match zunächst in gewohnten Bahnen. Er beantwortete alle Fragen routiniert mit der stoischen Ruhe eines Veteranen des Tenniszirkus. Haas erklärte, dass es jetzt nichts mehr ändern würde zu lamentieren und dass er seinen Blick nach vorne werfen werde auf das nächste Turnier.

Tommy Haas mit Tochter Valentina

„Im Großen und Ganzen war es eine schöne Woche“, resümierte Haas. „Das Match gegen Roger war sicher ein Highlight.“ Wieder einmal angesprochen auf sein Alter, entgegnete der 39-Jährige:

„Man kann sich immer besser fühlen. Aber generell bin ich auf einem ganz guten Weg. Viel besser als in den letzten Monaten. Es ist harte Arbeit, fit zu bleiben und noch Matches zu gewinnen. Ich möchte mir selbst noch was beweisen und selbst entscheiden, wann es vorbei ist. Aber letztlich muss ich meinem Körper dankbar sein, dass ich nach vier Operationen an der Schulter überhaupt noch spielen kann. Wenn ich ein Pferd wäre, wäre ich schon längst tot.”

Doch da war noch seine Tochter, die sich plötzlich zwischen den Fotografen im Presseraum durchmogelte, um ihren Papa zu treffen. Mit einem kurzen “Komm!”, forderte Haas die sechsjährige Valentina auf sich auf seinen Schoß zu setzen und somit der PK einen besonderen Glanz zu verleihen.

“Die ganz speziellen Momente”, kommentierte der gebürtige Hamburger das darauf entstandene Bild auf seinem instagram Account später. Auf einige mehr – auf und abseits des Platzes – hofft Haas indes noch bestimmt dieses Jahr. Vielleicht schon nächste Woche in Westfalen, wo die Familie in Halle die Abschiedstournee gemeinsam fortsetzen wird.